Methodische Techniken und Verfahren bei der Suche nach Problemlösungen in schlecht strukturierten Problemsituationen, die also nicht mit Routine und Logik zu lösen sind, da nicht alle Lösungselemente bekannt oder verfügbar sind und insbesondere Gesetzmäßigkeiten nicht vorhanden oder schwer erkennbar sind.
Viele alternative, sich nicht ausschließende Möglichkeiten sind vorhanden. Die Suche verläuft nach bestimmten Spielregeln, die intuitiven oder systematischen Charakter haben und teils ganzheitlich teils analytisch vorgehen. Die gefundenen Lösungen sind mathematisch nicht als Optimum nachweisbar.
Beispiele für Kreativitätstechniken
(Homburg, C./Krohmer, H., Marketingmanagement, 2003, S. 466-468)
- Brainstorming und Brainwriting:
Beim Brainstorming sowie beim Brainwriting handelt es sich um Kreativitätstechniken, die in der Regel durch eine Gruppe von Personen angewendet werden. Zur Förderung der Kreativität liegen diesen Techniken zwei Prinzipien zugrunde. Erstens wird angestrebt, möglichst viele neue Ideen zu generieren. Hintergrund dieses Prinzips ist die These, dass die innovative Qualität der Ideen mit der Anzahl der geäußerten Ideen steigt, da die menschlichen Gedanken hierarchisch strukturiert sind und somit zunächst einmal konventionelle und bequeme Ideen geäußert werden. Somit werden wirklich neue Ideen häufig erst generiert, nachdem die nahe liegenden, weniger innovativen Ideen geäußert wurden. Zweitens dürfen die so generierten Ideen nicht unmittelbar kritisiert werden. Hintergrund dieses Prinzips ist das Bestreben, den freien Gedankenfluss und damit innovative Ideen durch das Schaffen einer positiven Atmosphäre zu fördern, in der sich niemand scheut, auch unkonventionelle Gedanken zu äußern.
Eine verbreitete Brainwriting-Methode zur Generierung von Produktideen ist die Methode 635. Hier wird sechs Personen eine schriftlich festgehaltene Problemstellung vorgelegt mit der Bitte, mindestens drei Lösungsvorschläge innerhalb von fünf Minuten schriftlich zu formulieren und ihre Lösungsvorschläge dann ihren jeweiligen Nachbarn weiterzureichen. Diese greifen die ihnen vorgelegten Lösungsvorschläge auf und entwickeln sie weiter. Dies wird fortgeführt, bis jeder Teilnehmer jedes der sechs Lösungsblätter einmal vor sich liegen hatte. Auf diese Weise können 18 Lösungsvorschläge entwickelt und jeweils fünf Mal variiert werden. Es handelt sich hierbei also um eine einfache Vorgehenssystematik ohne jeglichen konzeptionellen Anspruch.
- Morphologischer Kasten:
Beim morphologischen Kasten wird das neu zu entwickelnde Produkt anhand mehrerer Merkmale beschrieben. Für jedes dieser Merkmale werden mehrere Ausprägungen definiert, durch deren Kobinationdann neue Produktideen entwickelt werden können.
Diller, Marketinglexikon, 2001
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