
Die Umsetzung von Barrierefreiem Webdesign
Wenn Sie die vergangene Serie von Artikeln zu Barrierefreiem Webdesign (BFWD) verfolgt haben, so haben Sie nun einen Überblick über dessen Hintergrund, die Idee der Zugänglichkeit als auch, was Barrierefreiheit im Web bedeutet. Der diesmalige Artikel wird Ihnen die Umsetzung von BFWD näher bringen und Ihnen demonstrieren, dass BFWD nicht mit einem Fehlen von grafischem Design gleichzusetzen ist sondern, dass Barrierefreies Webdesign auch optisch ansprechend gestaltbar ist.
Als Beispiel dafür möchten wir Ihnen help.gv.at, eine der meistbesuchten Wegseiten Österreichs vorstellen - Help.gv.at ist die offizielle Internetplattform des Bundeskanzleramts und bietet Informationen für BürgerInnen und UnternehmerInnen, zu etwa 200 Lebenssituationen und stellt dabei etwa 1000 offizielle Behördenwege und Sachverhalte transparent dar. Unter Einbindung von österreichischen Schlüsselorganisationen in Bezug auf barrierefreies Webdesign, Usability und Anforderungen von Menschen mit Behinderungen wurde das Internetportal für alle Menschen zugänglich und nutzbar gemacht.
Dabei wurden folgende Schwerpunkte gesetzt:
Durch die intuitive BenutzerInnenführung und weitreichende Funktionalität auf optisch und inhaltlich hohem Niveau kombiniert mit höchster Zugänglichkeit und Nutzbarkeit ist Help.gv.at zu einer Referenz für barrierefrei gestaltete Internetportale geworden. Im Dezember 2006 erhielt http://www.help.gv.at/ als erste österreichische Internetplattform die goldene Biene, die höchste Auszeichnung für barrierefreie deutschsprachige Internetseiten (www.biene-award.de/award). Das Kompetenznetzwerk KI-I und das Institut Integriert Studieren der Johannes Kepler Universität Linz waren maßgeblich an der Entwicklung des Konzepts zur barrierefreien Umsetzung beteiligt.
Wie gehen Sie bei der Umsetzung von Barrierefreiem Webdesign vor?
1. Möglichkeit: Webseite existiert bereits
2. Möglichkeit: Webseite existiert noch nicht
Hier sind der Neugestaltung und -strukturierung keine Grenzen gesetzt, es ist jedoch wichtig, dass Barrierefreiheit in allen Phasen des Designs, der Umsetzung und schlussendlich auch im Betrieb berücksichtigt wird.
Generell ist anzumerken, dass die Umarbeitung meist mit einem doch sehr beträchtlichen Aufwand und somit mit Kosten verbunden ist. Eine barrierefreie Neuimplementierung hingegen verursacht in der Regel kaum höhere Kosten als eine nicht barrierefreie Umsetzung. Neben der technisch barrierefreien Umsetzung ist es aber auch wichtig die Zugänglichkeit und die Verwendbarkeit durch Einbindung der Benutzergruppen zu hinterfragen und zu optimieren.
Diese Beschreibung stellt nur einen kleinen Ausschnitt der Umsetzung von Barrierefreiem Webdesign dar. Eine Plattform zu diesem Thema mit einem Schwerpunkt in barrierefreiem Webdesign stellt auch heuer wieder das IKT-Forum dar, das vom 24.-25.September an der Johannes Kepler Universität Linz stattfinden wird. Nähere Information finden Sie unter http://www.iktforum.at/.
Falls Sie von nicht zugänglichen Webinhalten betroffen sind oder Sie beispielsweise in einer Firma arbeiten, die sich auf gesetzliche Regelungen die Barrierefreiheit im Web betreffend vorbereiten möchte, dann kann Ihnen die Teilnahme am Universitätslehrgang Barrierefreies Webdesign helfen. Nähere Informationen finden Sie auf der Webseite des Lehrgangs: http://www.bfwd.at/
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Barrierefreiheit im Internet viele Vorteile bringt, denn Verständlichkeit, Übersichtlichkeit, Lesbarkeit, qualitativ hochwertig gestaltete Inhalte und intuitive Bedienung sind allgemeine Kriterien für eine hohe BenutzerInnenzufriedenheit und für den Erfolg von Internet-Portalen.
Weiterführende Links:
http://www.w3.org/TR/WCAG20/
http://www.einfach-fuer-alle.de/
DI Dr. Franz Pühretmair, Mag.a Kerstin Matausch; Linz, Juli 2007
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