Dass der Leitsatz "form follows function" nicht mehr zeitgemäß ist, war nur eine der Erkenntnisse, die den Teilnehmern der DESIGN-TAGUNG-07 des Netzwerks Design & Medien, vergangene Woche vermittelt wurde. Rund 130 Interessierte trafen sich, um in Salzburg über Produkt-, Unternehmens- und Markendesign zu diskutieren.
"Was macht eine Wasserflasche zu einer Wasserflasche?" Das ist eine der Fragen, die sich Designer bei der Kreation eines Produkts stellen. In diesem Fall waren es die Designer von LABVERT, als sie die Aufgabenstellung bekamen eine neue Glasflasche für Römerquelle zu entwickeln. Was heraus kam ist den meisten mittlerweile bekannt, eine hellgrüne Flasche mit einzigartiger Optik. "Die Schwierigkeit des Produktes 'Wasser' ist die geringe Differenzierbarkeit. Stellt man fünf Gläser mit unterschiedlichen Wassersorten auf einen Tisch, kann durch bloßes Hinsehen niemand einen Unterschied erkennen, auch durch Probieren werden die einzelnen Besonderheiten nicht deutlich erkennbar. Darum erfolgt bei Wasser die Differenzierung alleine durch das Design der Flasche", so Stephan Vary, Geschäftsführer der Firma LABVERT.
Aber nicht nur die Optik ist ein wichtiger Faktor bei der Entwicklung neuer Verpackungen, Produkte und Marken. "Obwohl 80 Prozent der Wahrnehmung über das Sehen stattfinden, muss gutes Design alle Sinne ansprechen", betonte Gert Hildebrand, Chefdesigner von MINI. In den letzten Jahren ist laut Hildebrand ein weiterer Sinn dazugekommen, die Bewegung. "Der sechste Sinn sucht die Bewegung. Das Klapphandy oder der, in der Armatur versenkbare, Getränkehalter waren nur die Vorreiter", so Hildebrand.
Neben Berichte erfolgreichen Praxisbeispiele kam bei der DESIGN-TAGUNG-07 aber auch die Forschung zu Wort und zeigten was wissenschaftliche Untersuchungen der letzen Jahre im Bereich Design ergeben haben. So ist die Reputation des Herstellers ein wichtiger Teil der Kaufentscheidung, das wiederum zeigt wie wichtig Markenbildung ist.
Glastüren ohne störende Beschläge, eine Idee, die ein Jahr lang in der Schublade gelegen, hat wurde ausgepackt und innerhalb von zwei Wochen zum Patent eingereicht. Ein Beispiel aus der Praxis wie es schöner nicht sein könnte. Die Firma Glas + Metall Weissofner aus Schwarzach zeigte wie dies möglich ist. Aus einem Anliegen von Kundenseite wurde ein neues Produkt, das derzeit am Markt eingeführt wird.
Das Netzwerk Design & Medien wollte bei der DESIGN-TAGUNG-07 in Salzburg aufzeigen, wie das Design der Großen aussieht und was kleine und mittelgroße Betriebe tun können, um ihrem Unternehmen und ihren Produkten eine Identität zu verleihen.
Im Rahmen der länderübergreifenden Initiative von ITG Salzburg und Clusterland Oberösterreich GmbH unterstützt das Netzwerk Design & Medien als branchenübergreifende Informations- und Kommunikationsplattform Unternehmen bei Ihren Aktivitäten rund um die Themen Design und Medientechnologien.
>> Presseartikel "Design als vierte Kraft" der APA - Austria Presse Agentur rGenmbH
>> Presseartikel "Chefsache Design" der APA - Austria Presse Agentur rGenmbH
>> Medieninformation "Design stiftet Identität"; Dr. Thomas Duschlbauer











