21.04.2010
designaustria: Neues Führungsteam kämpft für Designknotenpunkt Österreich
Seit Mitte April steht designaustria unter einer neuen Führung. Vier bekannte Design-Spezialisten und mit Marcus Haas (Blaha Büromöbel / BComplete) erstmals ein Vertreter der Design beauftragenden Wirtschaft wurden als Wahlvorschlag nominiert und bei der Generalversammlung in ihre Vorstandsfunktionen gewählt.
Das neue Vorstandsteam von designaustria:Martin Fößleitner (Informationsdesigner, Marketingspezialist, Geschäftsführer high-performance)
Günther Grall (Studiengangsleiter „Design & Produktmanagement” an der FH Salzburg, Industrial Designer, Markt & Meinungsforscher)
Rudolf Greger (Industrial Designer, Geschäftsführer GP designpartners)
Marcus Haas (Marketingleiter Blaha Büromöbel, Geschäftsführer von Bcomplete)
Sigi Ramoser (Grafikdesigner, Geschäftsführer sägenvier)
Ziele und AufgabenZu einem wichtigen Vorhaben des neu gewählten Quintetts zählt es, die Kommunikation zwischen Vorstand und Mitgliedern sowie an die Design-interessierte Öffentlichkeit zu verbessern. Besonderes Augenmerk wird der designaustria-Vorstand auf die
Weiterentwicklung des Designstandorts Österreich hin zu einem
Designknotenpunkt von europäischem Spitzenformat legen.
„Design ist der Schlüsselfaktor für wirtschaftliche Erfolge in den kommenden Jahren – und designaustria die Diskussions- und Lobbying-Plattform dafür: Als Wissenszentrum für Design und als Nahtstelle zwischen Wirtschaft und der Design-Community engagieren wir uns für Österreich als Designnation“, erklärt Vorstand Rudolf Greger.
Obwohl der neue Vorstand rein männlich besetzt ist, hat sich das Quintett vorgenommen, Designerinnen zur Mitarbeit in der Standesvertretung zu motivieren und deren Interessen einzubinden. „Gerade weil keine Frauen im Vorstand vertreten sind, wollen wir ‘
Frauen im Design’ von 2010 bis 2012 zu einem Generalthema machen und geeignete Maßnahmen ergreifen, um diese Situation – z. B. mit der Ernennung einer Gender-Beauftragten – entscheidend zu verbessern.”
Auch der
Designnachwuchs steht für den neuen Vorstand an oberster Stelle. „designaustria muss anziehend, attraktiv und unverzichtbar für junge Designer sein”, fordert
Sigi Ramoser. Der Vorarlberger Grafikdesigner ist bereits langjähriges Mitglied des Verbandes und versteht sich damit auch als Vermittler zwischen Alt und Jung. Er will versuchen, einen Austausch zwischen der jungen und bereits etablierten Creative Industry zu ermöglichen und die Nachhaltigkeit von Designarbeit in den Mittelpunkt zu stellen. „Unter Nachhaltigkeit verstehe ich nicht nur umwelt- und ressourcenschonendes Produzieren und Handeln. Auch die soziale Komponente ist ganz elementar. Wie nehmen wir unsere Umwelt wahr? Das Entdecken von neuen Werten für lokales, regionales und globales Handeln hilft uns, weiterzukommen”, ist Sigi Ramoser überzeugt. Als Vorarlberger sind ihm außerdem die Anliegen der designaustria Mitglieder in den Bundesländern besonders wichtig.
Hochschulprofessor
Günther Grall will sich vor allem auf
designpolitische Inhalte konzentrieren und die Wirtschaftspolitik mit Daten und Fakten über Design und Designproduktion versorgen. „Unser Land muss über Design Bescheid wissen, denn Design ist ein maßgeblicher ökonomischer Faktor in den kommenden Jahren”, so der Experte.
Netzwerke erweitern
Erstmals in der Geschichte des Verbandes wurde auch ein Vertreter der Design beauftragenden Wirtschaft in den Vorstand von designaustria gewählt. Marcus Haas, Marketingleiter von Blaha, Geschäftsführer des Vertriebsnetzwerkes BComplete und Vorsitzender der Jungen Industrie Niederösterreich, sieht seine Hauptaufgabe darin, die vielfältigen Potentiale des Netzwerkes und jedes Mitgliedes von designaustria effizienter zu nutzen.
Marcus Haas: „Entscheidend ist für mich, das Bewusstsein für die wirklich faszinierende Vergangenheit von designaustria zu wahren und diese im Sinne der aktuellen Herausforderungen und zukünftigen Entwicklungen – gemeinsam und
partnerschaftlich – weiterzuentwickeln. Auch hier ist die Erkenntnis entscheidend: gemeinsam sind wir stärker!“ Gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen aus dem Designbereich will Haas versuchen, neue Zugänge zu schaffen und Handlungsmöglichkeiten insbesondere für die Wirtschaft in Kooperation mit designaustria aufzuzeigen.
Martin Fößleitner, Spezialist für Informationsdesign, sieht die besondere Herausforderung des neuen Führungsteams darin, einerseits die Interessen der Mitglieder zu wahren und andererseits eine
Kooperationsbasis mit der Wirtschaft aufzubauen. Relevanz und Funktion von Design sollen etabliert und
bessere Wirtschaftsbedingungen für Designer geschaffen werden. „Zum einen vertieft designaustria als älteste und mitgliederstärkste Designorganisation Österreichs seine Kompetenz mittels der neuen Expertinnencluster zusätzlich in den Bereichen Informationsdesign und Designforschung. Zum anderen positioniert sich designaustria weiterhin als Aktivitätsplattform für Lobbying, Service und Beratung“, so Fößleitner. Seinen persönlichen Fokus wird Martin Fößleitner auf die Kooperation von bestehenden Designorganisationen legen. Zur Förderung des Dialogs plant der ehemalige Produktmanager ein spannendes Vorhaben, das noch vor 2014 konkrete Formen annehmen soll: die Realisierung eines
Design-Cafés im Museumsquartier.
Über designaustriadesignaustria ist die Organisation, die Österreich gestaltet (to design austria) und die österreichische Designgemeinschaft vertritt (design of austria). designaustria fungiert als Nahtstelle zwischen Design, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Sie bündelt die designrelevanten Interessen ihrer Mitglieder und vertritt diese auf nationaler, europäischer und weltweiter Ebene. designaustria fördert den Diskurs zu Designthemen und ist Österreichs Designinformations-, Designforschungs- und Designwissenszentrum.
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