Startseite

DesignBlitzlicht (Interviews)

Hier finden Sie Interviews zum Thema Produkt- oder Kommunikationsdesign. Schauen Sie sich um und erfahren Sie mehr über Menschen, Unternehmen und Designs.


Logo Novotech



"CD Master" aus der Zusammenarbeit mit den Designbüro idukk und der Firma Schinko GmbH.


16.06.2009

DesignBlitzlicht: Ing. Helmut Haller, Geschäftsführer der Novotech Banksysteme GesmbH

Langfristige Kooperationen machen sich bezahlt - oder: Wie ein Redesign innerhalb kürzester Zeit realisiert wurde.


Name: Ing. Helmut Haller
Unternehmen:

Novotech Bankysteme GesmbH
Freistädter Straße 38, 4210 Gallneukirchen
Website: http://www.novotech.at/


Herr Haller bitte beschreiben Sie das Unternehmen mit einigen Sätzen.
Das Unternehmen konzentriert sich auf zwei strategische Standbeine: einerseits die Industrieelektronik und andererseits die Banktechnik. In der Industrieelektronik bedienen wir die mittelständische Industrie mit kundenspezifischen Lösungen im Bereich elektronischer Steuerungen. In der Banktechnik haben wir uns in den letzten Jahren mit einer komplett neuen Technologie (patentiert) zu einem führenden Anbieter im Bereich der SB-Münzzähltechnik entwickelt. Das Unternehmen beschäftigt ca. 75 Mitarbeiter.

Welche Bedeutung nimmt das Thema Design in Ihrem Unternehmen ein und warum?
Speziell im Bereich der Banktechnik haben wir von Beginn an mit Industrial-Designern zusammengearbeitet und uns so auch rein äußerlich von unseren Mitbewerbern abgehoben. Durch die Integration von Ergonomie, Bedienerfreundlichkeit, behindertengerechter Elemente-Anordnung und einem ansprechenden Design erreichten wir einen positiven, unverwechselbareren Marktauftritt.

Mit dem Designbüro idukk und der Firma Schinko als Gehäusehersteller haben Sie innerhalb kürzester Zeit Ihren „CD Master“ redesignt. Was ist ein „CD Master“, wo wird er eingesetzt und was zeichnet ihn heute aus - im Vergleich zum Vorgängermodell?
Der CD-Master ist in unserer Produktpalette das absolute High-End-Gerät, weil er im SB-Bereich alle Optionen der Münz- und Banknotenzählung ermöglicht. Aufgrund seiner Unzerstörbarkeit und der direkten Verbuchung der eingezahlten Münzen ist er die ideale Lösung für Bankhauptanstalten oder Filialen mit hohem Münzaufkommen.

Das Redesign unseres CD-Masters wurde aus zwei Gründen notwendig: Einerseits konnten wir aufgrund unserer technologischen Weiterentwicklung alle Optionen in einem wesentlich kompakteren Gehäuse unterbringen. Das hilft uns im Verkauf, weil Kunden mit dem neuen CD-Master Platz sparen, was ein wesentliches Verkaufsargument ist.

Andererseits wollten wir die technologische Weiterentwicklung durch ein neues Erscheinungsbild unterstreichen. Die zahlreichen neuen Features, wie die neue Münzprüfung, die schnellere Zählgeschwindigkeit oder die überarbeitete Fälschungserkennung, werden damit äußerlich „sichtbar“, auch wenn sie eigentlich im Gehäuse versteckt sind.

Warum ist sein Design wichtig?
Funktionalität und Form gehören untrennbar zusammen. Wir wollen mit unserem Design nach außen hin dokumentieren, dass es sich um ein absolutes High-tech-Gerät handelt.

Wie hat die Zusammenarbeit mit der Firma idukk und der Firma Schinko ausgesehen?
Wir arbeiten mit beiden Firmen schon jahrelang zusammen, dh wir sprechen „dieselbe Sprache“, verwenden auch dieselbe CD/CAM-Software. Die Firma idukk kennt die Fertigungsmöglichkeiten bei der Firma Schinko sehr genau. Das hat den Vorteil, dass bei der Gestaltung des Designs auch gleich zentrale Fertigungsaspekte mitberücksichtigt werden können. Dadurch entstehen Produkte, die nicht nur toll aussehen, sondern auch ökonomisch und kostengünstig zu fertigen sind.

Die Idee, den neuen CD-Master auf der CEBIT 2009 vorzustellen, hatten wir eigentlich schon verworfen, weil wir aufgrund technischer Änderungen etwas in Verzug geraten waren. Nachdem wir uns im Jänner für die Zusammenarbeit mit der Firma idukk entschieden haben, fand ein Kick-off-Meeting statt, in dem die wesentlichen Zielsetzungen definiert und CAD-Zeichnungen vom „Innenleben“ übergeben wurden. Einige Wochen später, etwa Mitte Februar, präsentierte uns die Firma idukk den ersten Vorschlag. Das Design sagte uns sofort zu und so konnten rasch die nächsten Schritte gestartet werden.

Nun war es wichtig, zügig mit dem Start der Prototypenfertigung zu beginnen. Dies war insofern schon vorbereitet, als sich die Firma idukk schon im Vorfeld mit der Firma Schinko hinsichtlich der Fertigbarkeit des Gehäuses abgestimmt hat. Und so lieferte uns die Firma Schinko Ende Februar den Prototypen, in der ersten März-Woche wurde die Maschine unsererseits komplettiert und schlussendlich zeitgerecht zur CEBIT auf Schiene gebracht.

Was hat dazu beigetragen, dass das Vorhaben trotz dem engen zeitlichen Korsett erfolgreich realisiert werden konnte?
Hauptgrund war mit Sicherheit, dass sich das Projektteam bereits von anderen Projekten kannte und so die Schnittstellen eindeutig definiert waren. Man verfügt über dieselben Strukturen und spricht die gleiche Sprache. Es sind eigentümergeführte KMUs, wo durch persönliche Kontakte Dinge möglich werden, die ansonsten scheitern.

Noch eine letzte Frage: Was meinen Sie, was ist das Geheimnis eines guten Entwurfs?
Einen guten, außergewöhnlichen Entwurf bringt bald jemand zustande. Die Herausforderung liegt aber darin, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, wie etwa Kosten und Fertigbarkeit, nicht aus den Augen zu verlieren. Und wenn das gelingt, dann kann man von einem guten Entwurf sprechen.

>> zur Website der Firma Novotech
>> zur Website der Firma idukk
>> zur Website der Firma Schinko


<< zurück zur Übersicht