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08.08.2008
"Mini küsst Frosch"
Gert Hildebrand (BMW Mini) und Dr. Hartmut Esslinger (frog design europe GmbH) zeigen neue Trends im Design auf.
Zell am See, 04. August 2008. Welche Herausforderungen im 21. Jahrhundert entstehen? Was bedeuten diese für den Wirtschaftsfaktor Gestaltung? Gert Hildebrand (BMW Mini) gab Antwort auf diese Fragen und inspirierte über fast 2 Stunden das Kreativteam von Design Storz. Anschließend folgte dazu ein spannender Dialog mit Dr. Hartmut Esslinger, Gründer der frog design Europe GmbH.
Für Inspirationen im Kreativteam von Design Storz sorgte Gert Hildebrand mit seinem Vortrag über BMW Mini „Vom Original zum Original“. Mit aussagekräftigen Statistiken und fordernden Denkanstössen untermauert er zukunftsorientierte Thesen über die Herausforderungen im Design und das menschliche Kaufverhalten. So meint Hildebrand, „wenn es einen Querdenker gibt, muss es auch Längs- und Kreisdenker geben.“ Hildebrand fordert den Gestalter auf zum Umdenken.
Weniger Autos, eingeschränkte Verkehrssysteme sowie Überbevölkerung und Globalisierung zählt Hildebrand zu den Herausforderungen im 21. Jahrhundert. Der Trend zu Megacities führt zu neuen Kommunikationssystemen, Verkehrskonzepten sowie batterieelektrischen Autos.
Weiters spricht Hildebrand von spezifischem und langlebigem Design - hin zu ausbaufähigen Produktfamilien als Antwort für die Endlichkeit der Ressourcen und der steigenden Bevölkerungsdichte sowie des steigenden Benzinpreises.
Die Schlüsselwörter Authentizität, Identität sowie Integration rückten in der anschließenden Diskussionsrunde mit Frog design Gründer Hartmut Esslinger in den Vordergrund. Esslinger verlangte ebenso wie Hildebrand einen verstärkt interdisziplinären Zugang zum Design. Während Hildebrand eine Vernetzung zwischen Entwicklung, Produktion, Design und Vertrieb andachte, betonte Esslinger, dass Entscheidungen im Design immer mehr vom Markt bestimmt werden.
Kurz: Gert Hildebrand:
Der BMW Mini Designchef startete nach Ingenieurs- und Designstudien in Karlsruhe, Braunschweig und London bei Opel, wo er den Kadett E zeichnete.
Bei VW arbeitete der geborene Lörracher ab 1986 maßgeblich an Golf III und IV sowie am Sharan-Facelift und am Bora mit. 1995 wurde er Designchef bei Seat in Matorel/Spanien und gestaltete den Seat Toledo, León sowie das neue Seat Markengesicht. Nach zwei Jahren als Chef des europäischen Mitsubishi-Designzentrums übernahm er am 1. Januar 2001 bei BMW in München den Posten des MINI-Designchefs.
Kurz: Professor Hartmut Esslinger:
Professor Hartmut Esslinger ist Gründer von frog design Europe GmbH und zählt heute zu den wichtigsten Vertretern des digitalen Designs. Gemeinsam mit seiner Partnerin und Ehefrau Patrizia Roller führte er das Design Studio mit Kunden wie Apple, Louis Vuitton, Lufthansa, Olympus, SAP, Samsung, Sony und WEGA an die internationale Designspitze. „Business week“ publizierte 1990 eine Titelgeschichte, wo er als „einflussreichster amerikanischer Industriedesigner seit 1930“ sowie als „Erster High-Tech Designer“ bezeichnet wurde.
Ebenso ist Esslinger Gründungsmitglied der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und unterrichtet Industriedesign seit 2006 an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Seit 2008 arbeitet er weiters als „Chief Executive for Design and Innovation“ bei der Telefunken AG in Berlin.
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